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Compliance: Einhalten von Gesetzen und Erfüllen ethischer Standards

Das Thema Compliance sollte jeder auf dem Schirm haben – ansonsten kann er Ärger bekommen. So simpel ist die Sache, und doch so kompliziert. Denn „die Compliance“ umfasst ein breites Spektrum von Bereichen und nimmt viele Formen an.

Was ist also die genaue Bedeutung von „Compliance“? Eine erste Antwort liefert der Online-Übersetzer. Demnach bedeutet „Compliance“ ins Deutsche übersetzt schlicht und ergreifend „Beachtung“. Das allein bringt uns noch nicht wirklich weiter, wenn wir den Begriff „Compliance“ verstehen wollen.

Das Ergebnis der weiteren Suche nach einer Compliance-Definition lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Begriff „Compliance“ steht im Unternehmenskontext für die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und die Erfüllung von ethischen Standards. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) definiert „Compliance“ als die vom Vorstand verantwortete Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sowie unternehmensinternen Richtlinien. Und zu Scherzen aufgelegte Juristen deuten den Begriff Compliance gern wie folgt: „Compliance ist die Kunst, dem Vorstand den Knast zu ersparen.“

Fest steht: Ständig verabschieden Gesetzgeber und Regulierungsbehörden aus aller Welt neue Normen, Vorschriften und Gesetze, um den grenzüberschreitenden Handel mit Waren und Dienstleistungen zu regeln. Durch diese gesetzlichen Regelungen entstehen Compliance-Risiken. Daher sind für Unternehmen eine funktionierende Compliance und ein umsichtiges Compliance Management wichtiger denn je.

Compliance-Richtlinien sollen helfen, Verstöße zu vermeiden

Eine der bekanntesten Compliance-Richtlinien ist die ISO 19600. Diese internationale Norm beinhaltet Richtlinien für den Einsatz von Compliance Management Systemen. Sie sollen dabei helfen, Compliance-Verstöße von Mitarbeitern und Führungskräften zu vermeiden.

Wie vielfältig Compliance-Themen sein können und was ein Compliance-Office leisten muss, zeigt der „Compliance Channel“ von Security Island. Der Online-Kanal bietet ein großes Paket an E-Learning-Inhalten zu verschiedenen Facetten des Themas Compliance. Werfen wir einen Blick auf die Themen, die im „Compliance Channel“ aufgegriffen werden!

Mit funktionierenden Compliance-Prozessen aktiv gegen Korruption

So gibt es beispielsweise ein E-Learning-Modul zum Thema Anti-Korruption. Bestechung ist in der Wirtschaftswelt tatsächlich stärker verbreitet, als Außenstehende erwarten würden – und oft erregen die Täter sogar in den eigenen Reihen keinerlei Verdacht. Dass sie mit ihrem Handeln das Wohl des gesamten Unternehmens gefährden, mag ihnen zwar bewusst sein, wird von ihnen aber oft erfolgreich verdrängt. Um sämtliche Formen der Korruption zu vermeiden, müssen im Unternehmen funktionierende Compliance-Prozesse vorhanden sein.

Korrupte Handlungen können tatsächlich alle Abteilungen und Aktivitäten eines Unternehmens durchziehen – und sie können in allen Sektoren und Branchen auftreten. Besonders anfällig für Korruption sind aber die Bereiche Einkauf und Verkauf. Unternehmen müssen daher vor allem in diesen Bereichen eine ausreichend starke Compliance aufbauen, um Compliance-Risiken auszuschließen.

Compliance als Werkzeug der Wirtschaftsethik

Es zeigt sich bereits: Compliance ist wichtig. Der Wind hat sich nämlich längst gedreht. Während früher im Ausland gezahlte Bestechungsgelder sogar als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden konnten, ist Korruption heutzutage geächtet. Wirtschaftsethisches Handeln hingegen ist hoch angesehen und respektiert. Daher soll Compliance auch das ehrliche Verhalten von Mitarbeitern fördern. Compliance gilt als entscheidendes Werkzeug für die Wirtschaftsethik, für fairen und nachhaltigen Handel, für soziale Verantwortung, für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Damit wirkt sich Compliance direkt auf die Unternehmenskultur und Reputation aus – allerdings nur dann, wenn über Werte und Normen nicht nur geredet wird, sondern sie zum Teil der Compliance-Prozesse gemacht werden.

Wettbewerbs-Compliance schützt auch den guten Ruf eines Unternehmens

Ein weiteres Beispiel für Compliance-Themen ist die Wettbewerbs-Compliance. Nicht nur Verbraucherschützer sind (zu Recht) sehr umtriebig, wenn es darum geht, Marktteilnehmer vor Gericht zu bringen, die gegen den fairen Wettbewerb verstoßen. Den Unternehmen drohen neben der Beschädigung ihres guten Rufs auch hohe Kosten. Gut beraten sind sie daher, wenn sie ein funktionierendes Compliance-Management haben. So können sie unlauteren Wettbewerb, Marktmissbrauch oder Kartellabsprachen erkennen, ehe es zu spät ist.

Apropos, Kartelle: Unternehmen sind sich oft gar nicht bewusst, dass sie illegale Absprachen getroffen haben, die den freien Wettbewerb einschränken und strafbar sind. Die Gesetzgebung wird jedoch zunehmend verschärft, um Eingriffe in den freien Markt zu verhindern. Kartellrecht ist eine komplexe Angelegenheit. Daher sind Unternehmen gut beraten, wenn sie sich intensiv mit dem Thema „Anti-Kartell-Compliance“ auseinandersetzen. Schließlich will kein Unternehmen zum Gegenstand einer externen Prüfung durch das Kartellamt werden – und schlimmstenfalls die damit verbundenen Konsequenzen tragen.

Compliance nimmt auch die Handelspartner in den Blick

Das Thema Compliance hat aber auch Auswirkungen über das eigene Unternehmen hinaus. Die Internationalisierung von Lieferketten und Handelsbeziehungen hat zu weltweiten Interaktionen mit Lieferanten, Subunternehmern und Kunden geführt. Da kann es bei Geschäftspartnern durchaus zu Compliance-Verstößen kommen. Die Überwachung und Kontrolle all dieser Drittparteien ist Aufgabe der „Third-Party-Compliance“. Sie stellt sicher, dass ein Unternehmen und alle seinen externen Partner die Gesetze und Vorschriften zur Einhaltung der Handelsbestimmungen befolgen.

Die „Trade Compliance“ hat das Ziel, Haftungsrisiken zu vermeiden. Die Regulierungen der Trade Compliance umfassen Bereiche wie Import und Export, Zölle und Steuern sowie weitere Bereiche. Dabei sind zahlreiche Vorschriften zu beachten. Wer gegen sie verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Als zentralen Teil eines Trade-Compliance-Management-Systems muss jedes Unternehmen, das im internationalen Handel tätig ist, beispielsweise ein internes Exportkontrollsystem einrichten. Wer diesen Bereich der Compliance im Blick hat, ist im Vorteil, wenn es darum geht, Genehmigungen zu erhalten, Prüfungen zu bestehen und die Haftung für Verstöße zu vermeiden.

Anti-Geldwäsche-Compliance schützt vor bösen Überraschungen

Zunehmend an Bedeutung gewonnen in der Welt der Compliance hat auch das Thema Geldwäsche. Dabei handelt es sich um die Umwandlung von „schmutzigem“ Geld in „saubere“ Vermögenswerte. Oft merken Unternehmen zu spät, dass sie unbemerkt in ein illegales Geldwäsche-Geschäft verwickelt wurden. Da sie im Rahmen der Anti-Geldwäsche-Compliance hätten sicherstellen müssen, dass ihre Kunden nicht mit Geld aus illegalen Transaktionen bezahlen, geraten sie in große Probleme. Unbemerkt zum Opfer werden, wie soll das gehen? Ein Beispiel: Ein deutscher Bagger-Hersteller liefert seine Maschinen an einen Abnehmer in Osteuropa. Später bemerkt er, dass der osteuropäische Kunde die Bagger zu Dumping-Preisen in Asien weiterverkauft – und dabei sein Geld wäscht. Eine wirksame Anti-Geldwäsche-Compliance hätte geholfen, dies im Vorfeld zu erkennen.

Whistleblower-System im Rahmen der Compliance einrichten

Oft führt sogenanntes Whistleblowing dazu, dass Compliance-Verstöße aufgedeckt werden. „Whistleblower“ sind Personen, die Behörden oder Medien auf Missstände in einem Unternehmen hinweisen. Oft kommt es vor, dass die Hinweisgeber zunächst intern Alarm schlagen und von Vorgesetzten oder Kollegen als „Verräter“ abgestempelt werden – obwohl sie mit ihren Anregungen eigentlich einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gesellschaft und des Unternehmens beitragen könnten. Voraussetzung dafür, dass die Tipp-Geber angehört werden, ist allerdings, dass Unternehmen im Rahmen ihrer Compliance ein Whistleblower-System eingerichtet haben. Dieses kann positive Auswirkungen auf die Unternehmenskultur haben.

Um das ehrliche und ethische Verhalten von Mitarbeitern zu fördern, erarbeiten viele Unternehmen einen „Ethik-Kodex“ oder einen „Code of Conduct“. In solch einem Papier sind die wesentlichen Werte und Grundüberzeugungen des Unternehmens festgehalten. Es basiert auf Standards der Geschäftsethik und der sozialen Verantwortung. Somit sind ein „Ethik-Kodex“ oder ein „Code of Conduct“ entscheidende Aspekte einer effektiven Compliance.

Compliance ist unglaublich facettenreich

In der Zusammenfassung wird deutlich: Das Thema Compliance ist unglaublich facettenreich. Es in der vollen Tiefe zu begreifen, ist für Nicht-Experten so gut wie unmöglich. Die Compliance beginnt allerdings immer mit einer Risikoanalyse, um Compliance-Risiken zu identifizieren. Deshalb sind Kenntnisse der Thematik von elementarer Bedeutung – und zwar für jeden einzelnen, der wirtschaftlich tätig ist. Schließlich wird durch eine nachhaltige Compliance-Kultur die Transparenz im Unternehmen erhöht, das Vertrauen der Verbraucher gesteigert und das Erreichen der Unternehmensziele unterstützt.

Eine Möglichkeit, sein individuelles Compliance-Wissen zu erarbeiten und zu vertiefen ist der „Compliance Channel“ von Security Island. Das intensive E-Learning-Programm beleuchtet das Thema Compliance von vielen Seiten, liefert zahlreiche Beispiele aus der Praxis und gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, ihr Wissen abschließend selbst zu überprüfen.